HÄUFIGE FRAGEN ZU DEN MZA MOTOREN
Was ist der Unterschied zwischen einem Komplettmotor und einem Rumpfmotor?
Ein MZA Komplettmotor ist eine fertig montierte Motoreinheit mit Zylinder und Zylinderkopf. Er eignet sich für Kunden, die eine definierte und bereits fertig aufgebaute Motorvariante suchen. Ein Rumpfmotor bildet dagegen die technische Basis für einen individuellen Motoraufbau. Je nach Variante können beispielsweise Zylinder und weitere Komponenten passend zum gewünschten Konzept ausgewählt werden.
Was ist der Unterschied zwischen M500 und M700?
Im aktuellen MZA Motorenprogramm bildet der M500 die Basis für Motorvarianten mit 50 und 60 cm³. Der M700 ist für Motoraufbauten mit 70 cm³ beziehungsweise für Zylinder mit entsprechend größerer Laufbuchse vorgesehen. Welche Ausführung die richtige ist, hängt vom verwendeten Zylinder und dem geplanten Motoraufbau ab.
Welche Hubräume gibt es bei den MZA Komplettmotoren?
Die MZA Komplettmotoren sind in Ausführungen mit 50, 60 und 70 cm³ erhältlich. Für alle drei Hubraumvarianten stehen sowohl NPC- als auch Grauguss-Zylinder sowie verschiedene Gehäuseoberflächen zur Auswahl.
Was ist der Unterschied zwischen NPC und Grauguss?
NPC-Zylinder sind Vollaluminiumzylinder mit einer sehr harten Nickel-Karbid-Silizium-Beschichtung der Lauffläche. Sie bieten eine sehr gute Wärmeableitung, geringe Reibung und eine kurze Einfahrzeit. Grauguss-Zylinder besitzen dagegen eine klassische eingepresste Grauguss-Laufbuchse. Ihr großer Vorteil ist die Reparaturfähigkeit: Die Laufbuchse kann bei Verschleiß auf ein Reparaturmaß ausgeschliffen und mit einem passenden Übermaßkolben weiterverwendet werden.
Kann ein NPC-Zylinder ausgeschliffen werden?
Nein. Eine NPC-beschichtete Lauffläche kann nicht wie eine klassische Graugussbuchse auf das nächste Reparaturmaß ausgeschliffen werden. Ist die Beschichtung beschädigt oder verschlissen, muss der Zylinder ersetzt werden.
Kann ein Grauguss-Zylinder aufgearbeitet werden?
Ja. Eine Grauguss-Laufbuchse kann je nach Zustand auf das nächste Reparaturmaß ausgeschliffen beziehungsweise gehont und anschließend mit einem passenden Übermaßkolben weiterverwendet werden.
Welche Rumpfmotoren gibt es mit 5-Gang-Getriebe?
Für M500-Motoraufbauten mit 50 oder 60 cm³ bietet MZA eine Rumpfmotorvariante mit 5-Gang-Getriebe und kurzer Übersetzung an. Daneben stehen klassische 4-Gang-Ausführungen zur Verfügung.
Was bedeutet „silber metallic lackiertes Motorgehäuse“?
Bei diesen Varianten wird das Aluminium-Motorgehäuse mit einer silber-metallic Lackierung versehen. Die Beschichtung sorgt für eine gleichmäßige Optik und ist benzinfest sowie säurebeständig.
Wo werden die MZA Motoren gebaut?
Die MZA M500- und M700-Motoren werden in der hauseigenen Motormanufaktur am MZA Standort in Meiningen in Thüringen montiert.
Seit wann baut MZA M500- und M700-Motoren?
MZA nahm die Produktion der M500- und M700-Motoren im Jahr 2009 wieder auf. Die Motoren werden aus neuen Bauteilen gefertigt und unter anderem mit Original-Montagewerkzeugen und Maschinen aufgebaut.
Bekomme ich auf einen MZA Komplettmotor eine Herstellergarantie?
Ja. Für die MZA Komplettmotoren gilt die MZA Herstellergarantie. Die jeweils gültigen Garantiebedingungen findest du direkt beim Produkt beziehungsweise in den zugehörigen Garantieinformationen.
Wer kann meinen MZA Motor einbauen?
Für den fachgerechten Einbau empfehlen wir einen MZA Motorenservice-Partner. Über die MZA Händlersuche findest du einen geeigneten Fachhändler in deiner Nähe.
Kann ich einen MZA Rumpfmotor für einen individuellen oder leistungsorientierten Motoraufbau verwenden?
Die Rumpfmotoren sind ausdrücklich als Basis für individuelle Motoraufbauten vorgesehen. Je nach Gehäuse-, Getriebe- und Zylindervariante stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Für weitergehende Motorenkonzepte sollte die technische Kompatibilität aller eingesetzten Komponenten vor dem Aufbau geprüft werden.
Darf jeder 60- oder 70-cm³-Motor im öffentlichen Straßenverkehr verwendet werden?
Nein. Entscheidend sind der Hubraum, der Fahrzeugtyp und die jeweilige Betriebserlaubnis.
Motoren mit 50 cm³
Entsprechen bei den klassischen SIMSON-Kleinkrafträdern der serienmäßigen Motorisierung. Diese Fahrzeuge dürfen grundsätzlich mit der Fahrerlaubnisklasse AM geführt werden. Für die entsprechenden, bereits zu DDR-Zeiten in Verkehr gekommenen SIMSON-Kleinkrafträder gilt dabei der bekannte Bestandsschutz, durch den sie trotz einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von bis zu 60 km/h weiterhin als Kleinkraftrad geführt werden können.
Motoren mit 60-cm³-Zylinder
Ein 60-cm³-Zylinder ist dagegen keine serienmäßige Ausführung dieser Kleinkrafträder, sondern eine Hubraumerweiterung bzw. ein Tuningzylinder. Durch den Umbau ist das Fahrzeug nicht mehr von seiner ursprünglichen Betriebserlaubnis gedeckt. Für die Nutzung im öffentlichen Straßenverkehr sind daher eine entsprechende technische Abnahme und die Anpassung der Fahrzeugpapiere erforderlich. Mit einer reinen Fahrerlaubnis der Klasse AM darf ein entsprechend umgebautes Fahrzeug nicht gefahren werden.
Motoren mit 70 cm³
70 cm³ sind wiederum die serienmäßige Motorisierung der dafür vorgesehenen SIMSON-Modelle S70 und SR80. Diese Fahrzeuge sind keine Kleinkrafträder, sondern Leichtkrafträder. Zum Führen ist daher eine entsprechende Fahrerlaubnis, beispielsweise die Klasse A1, oder eine höherwertige bzw. gleichwertige Fahrberechtigung erforderlich. Wichtig: Der Einbau eines 70-cm³-Motors in ein ursprünglich als 50-cm³-Kleinkraftrad zugelassenes Fahrzeug macht dieses nicht automatisch zu einer S70 oder SR80. Auch hier müssen die erforderlichen technischen Abnahmen und Änderungen der Fahrzeugpapiere beachtet werden.